Geschichte

Das erste Kapitel (1949-2000)

Kamarg wurde 1949 in Graz, Österreich, von Herbert Margutsch und seinem Vater gegründet, wobei Kamarg der Legende nach eine Abkürzung für Karl (“KA”) und Margutsch (“MARG”) ist. Das Unternehmen stellte neben Rucksäcken auch Antriebsriemen für Maschinen sowie Gürtel her. Die Werkstatt war in der Griesgasse 22 in Graz, von wo aus man den bekannten Grazer Uhrturm sehen kann, der zum wesentlichen Teil des Logos der Marke wurde.

Das Kamarg Geschäft in der Griesgasse 22 in Graz. Wer genau hinschaut, kann die Rucksäcke in der Auslage erkennen.

Kamarg verkaufte die Rucksäcke zuerst nur im eigenen Verkaufsgeschäft, schlussendlich aber auch über Sportgeschäfte. Die Marke wurde sehr erfolgreich in den 50er- und 60er- Jahren in Österreich, als das Thema Wandern und Abenteuer immer populärer wurde.

Eine Betriebsstättenprüfung im Jahr 1960 belegt die Belieferung von 2000 Sportgeschäften in der Alpenregion, 35 Nähplätzen und 33 Mitarbeitern.

Urlauber am Lichtensteinhaus, Semmering, Niederösterreich (1963)

In den 70er Jahren verliert die Marke aufgrund von Konkurrenz aus Deutschland und Asien an Bedeutung und konzentriert sich ab den 80er-Jahren mehr und mehr auf den Kamarg Jäger-Rucksack. Das grüne Logo wird durch ein schwarzes ersetzt.

Als Anfang der 90er-Jahre Herbert Margutsch stirbt, wird die Produktion samt Mitarbeitern an Christine Pestner verkauft, die die Marke bis ins Jahr 2000 weiterführt und dann ganz einstellt. Die Marke fällt in einen tiefen Schlaf.

Das zweite Kapitel (2013 – heute)

Im August 2013 findet Franz Drack einen alten Kamarg Rucksack, als er den Dachboden des elterlichen Hauses im Rahmen eines Umzugs ausmistet. Der beige Kamarg war in einer Holzkiste verstaut und wurde von seinem Vater erst als Schultasche und dann zur Arbeit verwendet. Der Rucksack wurde 1953 gekauft und war immer noch voll funktionsfähig. Es gab Materialabnützungen aber nichts war kaputt. Franz reinigte den Rucksack und begann ihn als Tagesrucksack an der Arbeit zu verwenden. Vielen Kollegen und Freunden gefiel das einfache und zeitlose Design.

Es war dieser Rucksack, der Franz zum Nachdenken brachte. Er begann über all die Rucksäcke und Taschen nachzudenken, die er über die Jahre gekauft hatte, viele davon bekannte Marken. Die meisten waren längst Vergangenheit, nur selten erlebten sie trotz vorsichtiger Handhabung ihren zweiten Geburtstag. Der Reißverschluss ging kaputt, Plastikhalterungen brachen oder ermüdeten und das Obermaterial war oft nicht stabil genug. Im starken Kontrast dazu stand nun ein Produkt, das knapp 62 Jahre alt und immer noch voll funktionstüchtig war. Es schien so als ob Kamargs wirklich für die Ewigkeit gemacht seien. Sie waren keine Wegwerfprodukte sondern Begleiter. Die Idee ließ Franz danach nicht mehr los. Im Juni 2014 beschloss er der Marke wieder Leben einzuhauchen.

In einem ersten Schritt begann Franz auf Flohmärkten alte Kamargs zu kaufen bzw. Freunde und Bekannte nach deren Kamargs zu fragen. Bald führte die Spur nach Graz und Wien. Diese alten Rucksäcke waren die Basis für unsere Prototypen. Mit Ausnahme der Wasserfestigkeit wollten wir nichts, aber auch gar nichts ändern.

Dann folgte der Aufbau von Kamarg Schritt für Schritt. Wir meldeten die Marke an, gründeten die Firma (vorerst in Schweden) und arbeiteten an den ersten Prototypen.

Am 6. Juni 2017 startete Kamarg schließlich auf Kickstarter um durch Crowdfunding eine Erstproduktion zu finanzieren.


Kamarg Kickstarter Video from Kamarg on Vimeo.

In nur 5h 49min war das Finanzierungsziel erreicht. Unser Projekt erreichte 995 Unterstützer aus 14 Ländern und wir konnten die Erstproduktion von drei Farben sowie des Regencovers sicherstellen.